21.11.2019

Kleidertausch statt Shoppingrausch: Erfolgreiche Premiere der Kleidertauschparty in der Müllverwertungsanlage Bonn

Schon kurz nach dem Beginn der Kleidertauschparty von SWB Verwertung am 20. November sammelten sich einige Tauschwillige im Vortragsraum der Müllverwertungsanlage Bonn. Die vornehmlich jungen Frauen, aber auch einige junge Männer, kamen mit vollen Tüten und niemand der Teilnehmenden ging ohne ein Update für den Kleiderschrank wieder heim. Die erste Kleidertauschparty war ein voller Erfolg, denn über den Abend verteilt sind rund 60 Teilnehmende zur MVA Bonn gekommen.

 

Nachhaltigkeitsgedanke zählt
"Kleidertausch statt Shoppingrausch" war das Motto. Jacke gegen Hose, Wolle gegen Seide und Pumps gegen Stiefel. Getauscht wurde, was gefiel. Dazu liefen Rhythmen, die auch mal mitswingen ließen, und man kam schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch. Auch für Kaffee und Wasser hatte das junge MVA-Orga-Team gesorgt. Neugierig durchstöberten die Besucher das Angebot - mit gutem Gefühl: "Dafür musste kein Kind irgendwo auf der Welt eine Extra-Arbeitsschicht einlegen und was jemand anders mitgebracht hat, kommt bei mir zu neuen Ehren", sagte eine 33-jährige Bonnerin. Ganz im Sinne von Initiatorin Saskia Kutsche von SWB Verwertung: "Nachhaltigkeit ist uns wichtig und wir wollen mit der Aktion das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum stärken."

"Ich kaufe seit den vergangenen drei Jahren nur noch das Nötigste in Läden ein und gehe öfter auf Kleiderpartys. So tausche ich meinen kompletten Kleiderschrank immer durch", erzählte die 25-jährige Sofia Grillo. "Man kann sich auch leisten mal einen anderen Stil auszuprobieren", sagte die 51-jährige Anne aus Bonn.

Faszinierende Location
Die Location faszinierte viele Leute, die auch die Gelegenheit für Kurzführungen durch die Anlage nutzten: "Spannend, wie viele Tonnen Material da von den Kränen bewegt wird." Bewegt wurde auch das Material im Vortragsraum der MVA. Stühle raus, Spiegel und Kleiderständer rein, hieß es da. Die Tische waren rundum an die Wände gerückt sowie in der Mitte gruppiert worden, um Fläche für Kleider, Röcke, Hosen, Schuhe, Tops, Accessoires und mehr zu schaffen. Eine raffinierte Bluse, ein Shirt, das eine aus Pailletten bestehende Ananas zierte und Boots mit Blumen-Design waren mit als erstes weg. Alles wurde übersichtlich nach Artikelart und Größe sortiert und sogar Raum für eine Umkleide wurde geschaffen.

Auch der 26-jährige Louis Kipel hatte Erfolg. Er brachte T-Shirts mit, die er seit Langem nicht mehr getragen hatte und freute sich über den Fund von drei Paar Socken: mit Speck und Spiegelei, Hot Dogs und auch mit Pommes drauf. "Ob die wohl einem Vegetarier gehört haben?", schmunzelte er. "Tolle Sachen", bilanzierte die 27-jährige Viktoria Pinsdorf auch mit Blick auf den Arm voll Schnäppchen, die sie mitnahm. Was nicht wegging, wird dem guten Zweck gespendet. Jeder Besucher konnte dazu einen Vorschlag machen bzw. für eine Organisation abstimmen. "Uns ist nur wichtig, dass die Kleidungsstücke nachher einer regionalen, gemeinnützigen Organisation zu Gute kommen. Schließlich sind auch kurze Wege ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes", so Saskia Kutsche.

Viele der Teilnehmer fragten bereits am Abend nach der nächsten Kleidertauschparty. Ein genaues Datum steht noch nicht fest, aber es wird definitiv eine Wiederholung geben. Alle, die sich auf ein Wiedersehen mit der MVA Bonn freuen, können sich schon jetzt Mai 2020 vormerken. Dann wird es bei einem Tag der Offenen Tür wieder die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in vielen verschiedenen Facetten auseinander zu setzen.

 

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