Emissionen

Emissionserfassung in der Müllverwertungsanlage Bonn

In der MVA Bonn werden die Abgasqualitäten der drei Ofenlinien kontinuierlich gemessen, anschließend elektronisch ausgewertet, gepeichert und online an die Bezirksregierung in Köln übertragen. Für jede Ofenlinie überprüfen unsere Mitarbeitenden die Restwerte, die sich nach der aufwendigen, doppelten Rauchgasreinigung noch in den im gereinigten Abgasen befinden. Wir überprüfen die Abgase auf Stickoxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff, Ammoniak, Staub, Quecksilber und den Gesamtkohlenstoff, dokumentieren die Werte und können sie so jederzeit rekapitulierbar bewerten.

Grundlage zur Auswertung der kontinuierlich gemessenen Emissionen sind für die oben genannten Stoffe zunächst die Halbstundenmittelwerte. Aus diesen für jeweils 30 Minuten gebildeten Mittelwerten werden alle anderen Werte, wie zum Beispiel Tages-, Monats-, oder Jahresmittelwerte berechnet.

Besonders wichtig sind uns die Emissionswerte der Stickoxide (NOx) und der Schwefeldioxide (SO2). Bei den Stickoxiden lag der gesetzliche Grenzwert bis Ende 2015 bei 200 mg/Nm³, bis er in 2016 auf 150 mg/Nm³ abgesenkt wurde. Bereits seit 1992 setzen wir uns selbst einen Grenzwert von 100 mg/Nm³ und unterschreiten diesen auch nach der Gesetzesverschärfung deutlich. Der gesetzliche Grenzwert für Schwefeldioxide liegt bei 50 mg/Nm³. Der individuelle Grenzwert für die Müllverwertungsanlage Bonn beträgt 30 mg/Nm³. Auch diesen Grenzwert halten wir mit Hilfe unserer Anlagentechnik sicher ein. 

Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Menschen aus Bonn und der Region sowie unserer Umwelt bewusst. Mit unseren eigenen, strikteren Grenzwerten, die 1992 festgelegt wurden, sind wir noch heute ein Vorbild für viele thermische Abfallbehandlungsunternehmen und Vorreiter in Europa. 
 

Was sind Grenzwerte?

Was sind Grenzwerte?

Grenzwerte werden durch den Gesetzgeber in der Bundesimmissionsschutz-Verordnung festgelegt. Diese regelt streng in welcher Konzentration Schadstoffe in den Emissionen enthalten sein dürfen. Für Betreiber von Müllverwertungsanlagen innerhalb Deutschlands gilt die 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (17. BImSchV).

Grenzwertkontrollen sollen frühzeitig Abweichungen vom normalen Betrieb aufzeigen und die Betreiber einer Anlage dazu veranlassen, umgehend Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine Überschreitung eines Grenzwertes führt jedoch keineswegs zu einer Gefahr für Menschen und Umwelt. Das wäre erst dann der Fall, wenn diese Überschreitung dauerhaft und langfristig geschehen würde.

Für die MVA Bonn werden die Emissionen für Stickoxid (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Chlorwasserstoff (HCl), Ammoniak (NH3), Staub, Quecksilber (Hg) und Gesamtkohlenstoff (Cges) festgestellt. Durch die unmittelbare Nähe zur Bonner Innenstadt haben wir uns freiwillig dazu verpflichtet, strengere Grenzwerte einzuhalten, als sie die 17. BImSchV vorsieht. Wir sind uns unserer Verantwortung für Menschen und Umwelt bewusst und achten darauf, Rauchgase stets möglichst minimal zu halten. Diese werden von unseren fachkundigen Mitarbeitern sowie der Bundesbehörde mit Sitz in Köln überprüft.
 

Wie werden unsere Emissionen veröffentlicht?

Wie werden unsere Emissionen veröffentlicht?

Transparenz ist uns wichtig. Alle ermittelten Emissionswerte werden kontinuierlich über ein Online-System an die Aufsichtsbehörde mit Sitz in Köln übermittelt. Da alle Werte digital gespeichert und ausgewertet werden, sind auch Langzeitentwicklungen wie zum Beispiel schleichende Entwicklungen schnell erkennbar. Die Emissionen werden zusätzlich von einem unabhängigen, gesetzlich vorgeschriebenen und behördlich zugelassenen Sachverständigenbüro, den so genannten Immissionsschutzbeauftragten überwacht.

Sollte es uns einmal nicht möglich sein, unsere eigenen Grenzwerte einzuhalten, melden wir diese Überschreitung mit einer Erläuterung zur Ursache sowie mit den unternommenen Gegenmaßnahmen an die Aufsichtsbehörde und die für uns zuständigen Immissionsschutzbeauftragten. Diese Überschreitungen werden zudem vierteljährlich an unseren Aufsichtsrat sowie an den öffentlich tagenden Umweltausschuss des Bonner Stadtrats kommuniziert.