08.04.2026

Frühlingsgefühle an der MVA

Zu sehen ist ein Wanderfalke, der in einem Nistkasten auf 2 Eiern sitzt.
Im Livestream lassen sich Wanderfalken-Terzel Andreas und seine neue Partnerin beim Brüten beobachten. (Foto: MVA)

Hoch oben in luftiger Höhe, da fühlen sich Wanderfalken wohl. Kein Wunder also, dass sich ein Falkenpärchen wieder im Nistkasten am 98 Meter hohen Schornstein der Bonner Müllverwertungsanlage (MVA) niedergelassen hat. Nach über zwei Jahren ohne Wanderfalkennachwuchs könnte es dieses Jahr wieder so weit sein.

Das Wanderfalkenmännchen, im Fachjargon Terzel genannt, ist kein Unbekannter. Er ist seit Jahren Stammgast an der MVA und wurde von den Mitarbeitenden liebevoll Andreas getauft. Er ist kleiner als seine Partnerin und beringt. Das Weibchen hingegen trägt keinen Ring und scheint neu an der MVA zu sein. Sie haben sich im selbst gebauten Nistkasten am höchsten Punkt der Anlage heimisch eingerichtet. Wer in das Innere des Kastens schauen möchte, kann das im Livestream tun. Auch der Blick von außen ist möglich.

Mit etwas Glück können dort Interessierte Anfang bis Mitte Mai Nachwuchs sehen. Am Ostersonntag, 5. April, wurde das erste Ei gelegt. Seit Ostermontag, 6. April, liegt dort ein zweites. „Da ein Gelege meist aus drei bis fünf Eiern besteht, gehen wir davon aus, dass da in den nächsten Tagen noch mindestens ein weiteres hinzukommt. Die beiden wechseln sich auch schon gegenseitig beim Brüten ab. Es bleibt also spannend“, sagt die langjährige MVA-Mitarbeiterin Antonia Windheuser, die die Falkenaktivität an der Anlage stets im Blick hat.

Ein Zuhause für Tiere und Insekten

Sowohl Wander- als auch Turmfalken kehren immer wieder zur MVA zurück und lassen sich in den insgesamt drei Nistkästen nieder. Einer davon ist den Wanderfalken vorbehalten und befindet sich weiter oben am Schornstein. Die kleineren Artgenossen, die Turmfalken, bevorzugen niedrigere Nistorte, weshalb zwei weitere Kästen an der 31,5 Meter hohen Dachkante der Anlage installiert wurden. Übrigens: Beide Greifvogelarten sind für das Ökosystem von großer Bedeutung. Daher ist es umso erfreulicher, dass sich die MVA als Heim für diese schönen Tiere etabliert hat.

Darüber hinaus schafft das Betriebsgelände mit seinen offenen Wiesenflächen und Insektenhotels einen bedeutenden Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und weitere Kleinstlebewesen im urbanen Umfeld. (cp)

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